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19 August 2009

Fabelweltrekord ohne Doping?

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Bei der Leichtathletik-WM in Berlin stellte Usain Bolt vor wenigen Tagen mit 9,58 sprint Sekunden einen neuen Weltrekord im 100-Meter-Sprint auf, wobei er nicht nur seine eigene bisherige Rekordmarke um 11 Hundertstelsekunden unterbot, sondern auch um 4 Hundertstel unter der Topleistung von Ben Johnson blieb, der damals (Olympische Spiele in Seoul 1988) bis oben hin mit Dopingmitteln voll gepumpt war.

Und wirklich: Gleich nach dem Rennen wurde der Vorwurf des Dopings in den Raum gestellt. Seither bemühen sich (und bemüht man) Leistungsdiagnostiker und Sportmediziner, diese Vorwürfe mit der Erklärung, Usain Bolt sei ein physio-mechanisches Wunderwerk der Natur, aus der Welt zu schaffen.

Doch mit sportlichen Höchstleistungen ist es wie mit der Schönheit: Wenn jemand unglaublich schön ist (Angelina Jolie, Sharon Stone, Catherine Zeta-Jones, um nur einige Beispiele zu nennen), dann hat (fast) immer ein Chirurg nachgeholfen; wenn jemand eine sportliche Leistung erbringt, die alle bisherigen Rekorde geradezu zertrümmert, wie groß ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass kein Doping im Spiel war?

In diesem Zusammenhang muss auch darauf hingewiesen werden, dass man es mit Trainingskontrollen auf Jamaica nicht allzu ernst nimmt und trotzdem immer wieder Sprinter wegen Dopings gesperrt werden (erst vor kurzem wurden mindestens 5 Mitglieder der WM-Mannschaft wegen Dopings gesperrt). Dass die Proben in Berlin negativ ausfallen (werden), ist zu erwarten und darf nicht überraschen. Welcher Topathlet nimmt heutzutage noch unmittelbar vor einem Wettkampf verbotene Substanzen zu sich? Angesichts des umfangreichen Wissens bei Managern und Betreuern in Bezug auf Doping im Allgemeinen und insbesondere die Abbauzeiten der Substanzen im Körper, kann, sollte doch einmal ein Spitzensportler erwischt werden, nur von einem „Betriebsunfall“ gesprochen werden. Auch sind sich die Sportverbände im Klaren, dass sie Stars brauchen, um Großereignisse vermarkten zu können – hätte das 100-Meter-Finale der Herren so viele Zuschauer gehabt, wenn nicht zuvor so ausgiebig über das Duell der Superstars Bolt und Gay gesprochen worden wäre? -, weshalb davon auszugehen ist, dass die eine oder andere positive Dopingprobe unter den Tisch fällt. Man denke nur an die USA, wo in den 80-er Jahren etliche Stars wie Carl Lewis vor Olympischen Spielen positiv getestet wurden, aber trotzdem und an den Wettkämpfen teilnehmen und gewinnen durften.

Natürlich sind nicht alle Spitzensportler gedopt und Topleistungen mögen auch ohne die Einnahme verbotener Substanzen und ohne technische Tricksereien möglich sein, aber Skepsis und Zurückhaltung beim Jubeln sind angebracht, damit nicht später das böse Erwachen erfolgt...

 

28 Juni 2009

Die jüngsten Schwimmweltrekorde sind ein sportpolitischer Skandal

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In jüngster Zeit purzeln wieder einmal die Weltrekorde im Schwimmen (man denke etwa an die neuen Bestmarken von Britta Steffen), und das nicht etwa, weil die Athleten besser trainiert haben, sondern weil ein neuer High-Tech-Anzug auf dem Markt ist. Dieser Entwicklung muss schleunigst Einhalt geboten werden.

Auf der einen Seite geht man übertrieben hart gegen Sportler vor, die mit Hilfe von Dopingpräparaten ihre Leistung steigern, bezeichnet sie als Betrüger und möchte sie am liebsten einsperren. Und dann stellt man sich hin und applaudiert Schwimmern, die Bestleistungen erzielen, zu denen sie allein aufgrund ihrer körperlichen Fähigkeiten nicht befähigt wären. Die neuen Anzüge, die da verwendet werden, liegen so eng an, dass man rund eine Stunde (!) braucht, um sich mit Hilfe eines Betreuers hineinzuzwängen.

Es muss endlich dafür gesorgt werden, dass auch technische Tricksereien mit Doping auf eine Stufe gestellt und ähnlich bestraft werden. Vor allem müssen die Verbände, sobald technische Neuerungen bekannt werden, unverzüglich über deren Zulässigkeit entscheiden, und nicht erst bei der nächsten regulären Hauptversammlung, wie dies jetzt zumeist geschieht. (Die Verwendung der neuen Schwimmanzüge ist erst mit Beginn des nächsten Jahres verboten). Des Weiteren müssen die Statuten dahingehend geändert werden, dass neue Anzüge, Segel, Schi etc. erst verwendet werden dürfen, wenn dies ausdrücklich gestattet ist, nicht derzeit, wo alles nicht ausdrücklich Verbotene bis zum Zeitpunkt des Verbotes verwendet werden darf. Und die Verbände müssen dafür Sorge tragen, dass alle neu zugelassenen Verbesserungen dann auch allen Athleten zur Verfügung stehen. Denn sonst hätten einige reiche Athleten oder Athleten von großen nationalen Verbänden oder Vereinen einen unlauteren Wettbewerbsvorteil – und so ein unlauterer Vorteil ist mit Doping gleichzusetzen. Denn unter die Dopingparagraphen müssten in Zukunft alle sportlichen Leistungen fallen, zu denen ein Athlet nicht ausschließlich aufgrund seiner körperlichen Verfassung zum Zeitpunkt des Wettkampfes befähigt ist. Darunter müssten also auch alle Fälle des so häufig vorkommenden „Fitspritzens“ und alle Formen des Einsatzes technischer Hilfsmittel fallen. Nur dann könnte man von „sauberem“ Sport sprechen.

Wenn auf diese Entwicklungen nicht schleunigst reagiert wird, werden etliche Sportarten in Zukunft große Schwierigkeiten bekommen. Es steht zum Beispiel zu befürchten, dass im Schwimmsport nach dem Verbot der High-Tech-Anzüge mit Beginn nächsten Jahres auf absehbare Zeit keine Weltrekorde mehr erzielt werden (können).

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