04 Februar 2010

Ist Avatar wirklich der erfolgreichste Film aller Zeiten?

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avatar Jetzt ist es offiziell. AVATAR ist der erfolgreichste Film aller Zeiten, so lange man die Inflation nicht mitberücksichtigt.

Denn sonst gebührt dieser Titel nach wie vor Vom Winde verweht. Aber, hallo, wenn man die Inflation mit einrechnet, dann ist Avatar noch immer der auf Platz 26 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Auf Platz 26! Das ist hervorragend, Avatar! Damit bist du ja fast so erfolgreich wie...oh, Grease. Aber tröste Dich. Immerhin hast Du Shrek 2 geschlagen. Wenn auch nur knapp.

Warum ich ihnen das erzähle? Weil Avatar nach wie vor weltweit die Kinocharts dominiert und einem schön langsam nichts mehr dazu einfällt.

Oh Avatar, was hast Du getan? Du hast schon so viel Geld eingespielt, dass George Lucas aufmerksam geworden ist. Nun wurde bekannt, dass er mit dem Gedanken spielt, alle „Krieg der Sterne“-Filme in digitalem 3 D noch einmal auf den Markt zu werfen, um am Erfolg von Avatar mitzunaschen. Wunderbar. Das bedeutet wohl, dass wir uns auf neue Szenen einstellen müssen, in denen Chewbacca sein pelziges Haar in Harrison Fords Hintern schiebt oder Alec Guiness sich einen Faustkampf mit Michelle Rodriguez liefert. Kurz gesagt – ich hasse Dich, Avatar.

P.S.: Dass zumindest in Österreich und Deutschland Sherlock Holmes, ein ebenso aufgeblähtes Nichts, Avatar von der Spitze verdrängt hat, ist kein echter Trost.

 

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02 Februar 2010

Grammys ehren Michael Jackson mit 3D Darbietung

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grammy2010_gaga Haben Sie die Grammys Sonntagnacht versäumt? Ihnen ist nicht viel entgangen. Beyonce gewann alles. Lady GaGa trug einige seltsame Kleider.

Die Verleihung dauerte ewig. Sie wissen schon, das übliche. Aber da diese die erste Grammyverleihung seit Michael Jacksons Tod war – oder seit Michael Jackson angefangen hat, wieder Geld in die Kassen der Musikindustrie zu spülen, wenn Ihnen diese Sichtweise eher zusagt -, wurden die Zuschauer mit einer extravaganten 3D All-Star-Darbietung des „Earth Song“ erfreut, mit der dem Verstorbenen Tribut gezollt werden sollte.

Die Performance bot für alle etwas – die Fans von Michael Jackson konnten mit Tränen in den Augen zusehen, wie ihrem Idol die Anerkennung zuteil wurde, die ihm gebührt, während die Leute, die nichts für den ehemaligen „King of Pop“ übrighaben, sich an den 3D Effekten erfreuen, über die plumpe Botschaft des Liedes nachdenken und so tun konnten, als sähen sie eine neue Version von „Avatar“, wenn auch eine mit komischer aussehenden Aliens.copyrightjps2010_2

grammy2010_swift3 Obwohl die Grammys 2010 genauso langweilig waren, wie solche Preisverleihungen nun einmal sind, warteten sie doch mit einigen Überraschungen auf. Taylor Swift durfte einige Preise mit nach Hause nehmen – was aufmerksame Beobachter der Musikszene kaum überrascht haben dürfte, dafür umso mehr alle diejenigen, die noch nicht völlig taub sind – und Rihanna traf bei der Zeremonie ein, ohne von einem Idioten mit riesigen Zähnen verprügelt zu werden.

Aber für die meisten war wohl der aufwändige 3D Michael-Jackson-Tribut der Höhepunkt des Abends. Zugegeben, der groß angekündigte Tribut bestand im grammy2010_mjGrunde nur aus einem Mädchen, das Löwenzahn in die Kamera blies, während Celine Dion einen Teil des „Earth Song“ schmetterte und dabei aussah als würde sie  Beckenbodenübungen machen. Wenn man aber bedenkt, wie schrecklich das Ganze hätte werden können – stellen Sie sich vor, die Macher hätten sich entschieden, eine riesige, rotierende 3-D Nahaufnahme des eingefallenen, zusammengeklebten Gesichts von Michael Jackson kurz vor seinem Tod zu zeigen -, wird man zugeben müssen, dass wir alle noch einmal billig davongekommen sind. ABC berichtet:

Er [der Tribut] wurde von Lionel Ritchie angekündigt, der sagte, dass die Darbietung von Michael Jackson als Aufforderung zum Kampf gegen die Zerstörung der Natur und die Ausrottung der Tiere durch die Menschen gedacht war. Die Performance begann mit Aufnahmen von Wasserfällen und Regenwäldern, zu denen folgende Worte von Michael Jackson zu hören waren: „Ich respektiere die Geheimnisse und die Magie der Natur...“ Zuschauer ohne Brillen sahen leicht unscharfe rote und grünliche Bilder. Nicht sehr fesselnd.

Aber obwohl man den Machern der Grammys vorwerfen könnte, billiger will-i-am-240 Effekthascherei den Vorzug vor echten Gefühlen gegeben zu haben, war der Michael-Jackson-Tribut in 3D in einer Beziehung ein Erfolg. Ohne ihn hätte sich niemand mit dem „Welcher Prominente guckt bei dem Versuch, mit einem Paar dämlicher 3D-Brillen aus Pappkarton auf der Nase ein trauriges Gesicht zu machen, am dümmsten aus der Wäsche“-Spiel vergnügen können. Wahrlich, das ist ein Spiel für die Ewigkeit. Und übrigens, der Sieg in dieser Kategorie geht an Will.I.Am. Gratulation.

Übrigens, der Film, der die Gesangsdarbietung begleitete, sollte ein wichtiger Bestandteil von Michael Jacksons geplanten Comeback-Shows in London werden. So bekommen die Fans des „King of Pop“ wenigstens einen Eindruck von dem, was sie erwartet hätte. Und dabei wird es bleiben, bis eines Tages die Technik so weit fortgeschritten sein wird, dass sie realistisch die freudige Erregung imitieren kann, die sich einstellt, wenn man sich dazu breitschlagen lässt, Unsummen für ein mistiges Michael-Jackson-Tour-T-Shirt in einer Plastikkuppel an einem windigen Abend in Greenwich auszugeben. Eines Tages, liebe Fans, eines Tages.

 

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